Der Schauspieler Reinhold Tritscher stellt unter das große Thema „Phantasmagorien, Phantasten, Phantasien“, allesamt „Irrfahrten kleiner Männer und Frauen“, jenen Text von Dostojewskij, der die Gedanken eines verhinderten Selbstmörders zum Inhalt hat. Der Monolog „Der Traum eines lächerlichen Menschen“ ist der zweite Teil eines von Tritscher initiierten Gesamtprojekts. Darin geht es um Figuren, die einen etwas anderen Blick auf die Realität haben. Die Hörer/Zuschauer sind aufgerufen, sich in diese Vorstellungswelt einzufinden.
Und so ist es in der Inszenierung von Gerard Es nicht eindeutig festgelegt, wo die Szenerie spielt: Ein Zimmer in einer privaten Wohnung wäre ebenso denkbar wie der - nach allen Seiten offene und zudem computerüberwachte - Raum in einer Psychiatrie. Unverkennbar ist in Tritschers Darstellung der namenlose Protagonist in einem deutlich exaltierten Zustand. Er hatte die Absicht, sich umzubringen. Aber statt sein Vorhaben in die Tat umzusetzen, schläft er ein und träumt das Geschehen: Nach dem Tod wird er in ein paradiesartiges Land versetzt, aber schon nach kurzem verändert sich die Idylle. Lüge, Intrige, Rivalität ziehen ein, Gesetze werden entworfen, um den Umgang miteinander zu regeln, es konstituiert sich die soziale Gesellschaft. Und dennoch bleibt nach dem Erwachen eine Illusion vom Paradies zurück...

Es ist eine Frage der Interpretation, ob man diesen Monolog als die Rede eines geistig Verwirrten darstellen muss, der sich in immer bizarrere Ideen und Handlungen versteigt.

Eine mögliche und zudem überzeugend gespielte Version ist es gewiss.

Traum -Text5