von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij
Aufführung am 23.3.2002 - Beginn 20 Uhr
Festsaal der Landwirtschaftlichen Fachschule Mauerkirchen / Wollöster
“Der Traum eines lächerlichen Menschen”....wurde durch die dramaturgische Aufbereitung von Reinhold Tritscher vom Theater ecce zu einem inhaltsschweren Theaterstück, das mehr als bloßen Unterhaltungswert zu bieten hat.
Die künstlerische Auseinandersetzung mit den Fragen nach ethischer und moralischer Verantwortung, nach Menschenbildern und Wertvorstellungen sowie die schauspielerische Glanzleistung von Reinhold Tritscher begeisterten das Premierenpublikum im Salzburger Literaturhaus.
Projektreihe des Theater ecce mit, über und vom „Verrückten“
„Der Traum eines lächerlichen Menschen“ von Fjodor Michailowitsch Dostojewskij wurde durch die dramaturgische Aufbereitung von Reinhold Tritscher vom Theater ecce zu einem inhaltsschweren Theaterstück, das mehr als den bloßen Unterhaltungswert zu bieten hat. Die künstlerische Auseinandersetzung mit den Fragen nach ethischer und moralischer Verantwortung, nach Menschenbildern und Wertvorstellungen sowie die schauspielerische Glanzleistung von Reinhold Tritscher begeisterten das Premierenpublikum im Salzburger Literaturhaus.
Michaela Gründler
Narren, Verrückte, Außenseiter - das sind schnell aufgeklebte Etiketten, die einen Menschen an den Rand der Gesellschaft schubsen. Ein Rand der jedoch vielleicht mehr Zentrum denn Nähe zum Abgrund ist. Viele Menschen erfinden in existentiellen Krisen kreative Überlebensmechanismen und entwickeln durch ihren Schmerz eine besondere Form der Toleranz.
Christian Weingartner
Die Suche nach einer besseren Welt
KOPPL, SALZBURG. Als Bühne dient ein großes Metallgestell mit offenen Wänden. Reinhold Tritscher vom Theater Ecce aus Koppl benötigt nur wenige Utensilien für seinen Dostojewskij-Monolog „Der Traum eines lächerlichen Menschen“. Stuhl, Tisch Waschschüssel, Rasierzeug, Bodenfeger. Wenig Licht. Ein herab hängender „Discman“. Damit werkt er wie ein Besessener in seiner eigenen Fantasiewelt, um sich auf die Suche nach einer besseren Welt zu machen. Ein ergreifendes Stück Zerrissenheit im Literaturhaus.
Schon als Kind war er lächerlich. Alles an ihm. Und alle verlachten ihn. Mit dieser Lächerlichkeit wuchs er auf, trat er Menschen gegenüber. Dieses Schwinden des Selbstwertgefühls mündete im permanenten Versuch, sich selbst zu töten. Vergeblich. Auf der Bühne: Er rasiert sich, wäscht seine Füße, schüttet alles in einen Kübel, um später dort hinein seinen Kopf zu stecken. In die schmutzige Brühe seines Lebens. Er palavert todessüchtig vom Sinn und Unsinn des Daseins. Als er einem Mädchen begegnet, das seine Hilfe braucht, gibt er ihr einen Fußtritt. Weil ihm ist ja nichts mehr wert. Am wenigsten sein eigenes, lächerliches Leben.
Weitere Texte:
Nikolai Janatsch
im Salzburger Literaturhaus