Da Lenz

Da Lenz, wås is dös für a Gsoi,
an iada g`freit si wieadawoi,
wånn er si zoagt, freundli und liab,
wånns nimma kålt is, nimma triab.

De erst Zeit is er recht a Wuida,
er zåhlt oft frauf, verliert den Kåmpf,
do später wird er ålleil muida,
wånn er a ålåsst häufi Dåmpf.

Da Dåmpf - dös Wåsser - im April,
wås koana går nimma recht wui,
braucht åber notwendi d`Natur,
der Lenz ziagt unbeirrt sein Spur.

Er wird dånn stärka, breada, schena,
und Groß und Kloan tuat fleißi renna
außi vor`s Haus in Flur und Wåld,
da Lenz håd g`wunga, ´s is nimma kålt.

Sein G`wånd is g`måcht aus lauter Blüah,
er glånzt und stråhlt, spendt Wärm,
drum håt den Kampi - sonnenklår
-a jeda Mensch gråd gern.

 

Helga Nemetz

Helga Nemetz wurde in Mauerkirchen am 8.11.1945 geboren.

Im Hause ihres Vaters, der ein großer Kunstförderer war, traf sie schon als Kind Künstler wie Hans Plank, Anton Filzmoser, Rupert Rothböck. Sie blätterte in den Jahrbüchern der Innviertler Künstlergilde von Jugend an.

Unter den vielen Mundartbüchern, die sie von ihrem Vater erbte, war auch die Anthologie "Innviertler Mundartdichter". "Die Liebe zur Mundartdichtung wurde bei mir durch dieses Buch geweckt", gesteht uns Helga Nemetz, "und hat mich seither nicht mehr losgelassen."

Der Mauerkirchner Mundartdichter Franz Reischl zählt ebenso wie Franz Höring aus Kremsmünster seither zu ihren Vorbildern, deren Zeilen sie wieder und wieder liest.

Neben ihrem Beruf als Volksschullehrerin - "die Schülerinnen und Schüler waren meine große Liebe", sagt sie, nach 38 Dienstjahren im wohlverdienten Ruhestand - begann Helga Nemetz vor mehr als zehn Jahren begann selbst zu schreiben.

"Meine Reime sind eine Art Therapie. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind häufig das Thema."
Helga Nemetz beschreibt sich selbst als "sehr heimatverbunden", als eine "Innviertlerin durch und durch".
Ihre Gedichte sind in mehreren Bändchen im Eigenverlag erschienen und können bei Helga Nemetz direkt bezogen werden.

Lesung in der K.I.M. Galerie am 2.7.2004 / 20 Uhr

Helga Nemetz